Unsere kleinen Weihnachts-Katastrophen
3 Tage vor Weihnachten:
Ein kleines, blasses Mädchen kommt aus der Kita. Fieber hat sie und ist schlapp. Am Abend hat meine große Tochter 39,7°C. Meine kleine Tochter hat den Tag über Durchfall, ansonsten geht es ihr gut.
Ich habe gepackt und frage mich nun ob wir überhaupt wegfahren sollten. Mit kranken Kindern woandershin fahren?
1 Tag vor Weihnachten:
Beiden Kindern geht es besser und wir können doch zum Schwiegervater fahren. Meine Große ist lieb im Auto. Aber meine Kleine schreit im Auto :"Hiefe" (Hilfe). Sie möchte schon nach einer Stunde nicht mehr im Kindersitz sitzen. Ich lenke sie ab mit Keksen, Bonbons, Spielzeug und Lippenpflegestift.
Angekommen bringen mein Mann und ich erstmal ein paar Sachen in Sicherheit. Kugelschreiber, Fernbedienungen, alles was leicht umkippen und zerbrechen kann.
Die erste Nacht:
Wir haben ein großes Bett im Gästezimmer und eine Matratze aufm Boden. Die Nacht über spielen wir Bettchen Wechsel dich. Meine Große hustet mich wach.
Heiligabend:
Herrlicher Sonnenschein! Wir schmücken nach dem späten Frühstück den Weihnachtsbaum. Meine Kleine zerbricht 3 Weihnachtsbaum Kugeln. Der Familiengottesdienst mit Krippenspiel ist schön, doch zu lang für meine Kinder. Meine Kleine mag nur aufm Arm sein, abends hat sie 39,8°C. Meine Große kohlt das Sofa an, weil sie eine Biegelampe direkt mit der Glühbirne an den Stoff drückt. Der Rauch und Gestank hat uns gewarnt. Bei nahe hätte das Sofa gebrannt, bei nahe das Wohnzimmer. Mir wird schlecht, wenn ich daran denke.
Zweite Nacht:
Meine Große hustet, meine Kleine hat immer noch Fieber und ist von 4:30 bis 7:20 wach.
1.Feiertag:
Ich bleibe bis 10:30 im Bett und bin schlecht drauf, weil ich so wenig geschlafen habe. Die Kinder essen als erstes, dann die Erwachsenen. Ein Spaziergang im Regen. Wir gehen zu einem Waldgehege mit Wildschweinen. Meine Kleine schläft im Kinderwagen. Sie hat Fieber 39,2°C und ich bleibe in der Wohnung, während alle anderen essen gehen. Wir gönnen uns einen Kinderfilm, meine Große pinkelt auf den Wohnzimmerteppich, ja der Film war zu spannend.
Die Nacht:
Meine Kleine schläft ganz unruhig, mein Mann und Schwiegervater sind noch in die Disco gegangen. Ich ärgere mich darüber. Meine Große wacht zweimal auf und ruft nach mir. Lange liege ich mit beiden Kindern auf der kleinen Matratze. Dann schläft meine Große endlich. Meine Kleine hat Durst und Hunger. Ich gebe ihr etwas und lege mich mit ihr wieder ins Bett. Doch dann merke ich, dass sie hellwach ist und beschließe im Wohnzimmer mit ihr zu bleiben. Dort kommt Rauch von draußen rein, ich schließe die Fenster und ärgere mich über alle die mit Holz heizen.
Da piept doch etwas. Ich glaube es ist ein Handy und lausche. Über uns läuft auch jemand herum. Um 3:30 Uhr. Die haben bestimmt auch ein kleines Kind. Da merke ich, dass das Piepen lauter wird, das Laufen oben wird schneller.
Feuer? Feueralarm?
Ich lausche an der Wohnungstür. Da ist das Piepen sehr laut. Ich öffne die Tür und lausche. Da reden Menschen. Mein Herz klopft schneller. Ich nehme mir den Ersatzschlüssel und gehe in den Flur. Wow, wie geistesanwesend. Ich wollte nicht, dass ich mich aussperre. Es telefoniert eine Frau, eindeutig mit der Feuerwehr.
Nun merke ich, dass es mir zu viel wird und ich Unterstützung brauche. Ein Mann im Bademantel kommt die Treppe hoch. Ich sage: "Guten morgen." Er auch und "Der Rauch stinkt ganz schön." Er geht weiter hoch. Nun nehme ich den Gestank richtig war. Ich gehe in die Wohnung. Ich zögere tatsächlich ob ich meine Mama wecken soll oder nicht. Immerhin ist die Feuerwehr ja schon unterwegs. Meine Mama schläft im dünnen ärmellosen Nachthemd, wenn die Feuerwehr uns gleich alle raus schickt, dann friert sie auf der Straße.
Ich wecke sie zaghaft: "Mama, es brennt über uns. Zieh dir mal was an." Ich zieh mir auch eine Jacke an. Meine Mama weckt meine Stiefschwiegermutter. Ich gucke wieder in den Flur. Hab ich schon erwähnt, dass ich die ganze Zeit meine kleine Tochter aufm Arm habe. Eine Frau mit Baby aufm Arm kommt und ist erleichtert, dass ich schon wach bin. Sie klingelt bei den Nachbarn gegenüber. Ich weiß nicht ob diese überhaupt da sind. Sie geht nochmal hoch um bei anderen zu klingeln.
Ich erkläre meiner Mama und Stiefschwiegermutter was los ist. Dann ist auch schon die Feuerwehr da. Ich biete der Frau mit Baby an, dass sie zu uns rein kommt. Sie soll nicht mit Baby auf der kalten Straße stehen. Denn in ihre Wohnung kann sie ja nicht. Ein Feuerwehrmann sagt, dass wir in der Wohnung bleiben sollen und die Tür schließen, die Frau mit Baby nimmt er mit.
Wir schließen die Tür, legen Decken vor den Türspalt damit der Rauch nicht rein kann und schließen die Fenster. Und die Tür zum Gästezimmer wo meine Große schläft. Wir gehen ins Schlafzimmer da riecht es am wenigsten nach Rauch. Nun rufe ich meinen Mann an und sage Bescheid. Meine Mama und Stiefschwiegermutter gehen über die Balkontreppe in den Garten und reden mit den Nachbarn. Die Luft riecht frisch. Also öffne ich zur Gartenseite hin die Fenster wieder. In der Wohnung riecht es schrecklich.
Meine Mama entdeckt ein verkohltes Holzstück. Als sie es mit dem Schuh anstupst, glüht es kurz auf. Mittlerweile ist uns allen schlecht vor Aufregung. Als die Feuerwehr wegfährt, ist es 5 Uhr. Mein Mann und Schwiegervater kommen erst danach wieder und sind so gut gelaunt.
Ich schlafe im Wohnzimmer, weil mein Mann schnarcht.
2.Feiertag:
Wir Frauen sind ko. Ich mache Mittagspause von 14-17 Uhr. Die Nachbarn kommen und entschuldigen sich, offenbar hat ein selbstgebastelter Adventskranz gebrannt. Um 18 Uhr kommen Schwager und schwangere Schwägerin. Meine Mama fährt doch noch nicht nach Hause um mir mit den Kindern zu helfen, weil die Nacht so anstrengend war. Abends hat sie aber schlechte Laune. Mein Mann kocht.
Die Nacht:
Schrecklich, ich laufe mit meiner Kleinen durch den Flur. Immer hin und her. Sie weint nur. Ich wecke meinen Mann, weil ich merke, dass ich so müde bin, dass ich gleich heule. Dann wechseln wir uns ab.
Sonntag:
Ich schicke meinen Mann mit meiner Kleinen ins Krankenhaus und ich packe. Der Arzt stellt nur eine dicker Erkältung fest, keine Mittelohrentzündung, keine Bronchitis. Um 15:30 beschließen wir noch eine Nacht zu bleiben.
Nacht:
Endlich schläft meine Kleine besser. Sie wacht zwar 3 mal auf, aber schläft auch schnell wieder ein.
Abfahrt:
Nach dem Frühstück packen wir und fahren um 14 Uhr los. Meine Nerven sind hin. Ich brauche Urlaub. Ich brauche Schlaf.
Meine Kinder hatten noch eine weitere Woche mit der Erkältung und dem Husten zu kämpfen. Und meine Kleine hat doch noch eine Mittelohrentzündung bekommen.
Wie war dein Weihnachten? Ich hoffe es hat nicht gebrannt.
bis zum nächsten Mal
Ida

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