Donnerstag, 21. Januar 2016

Erinnerung - Die Herz-OP


Erinnerung - Die Herz-OP meiner damals 1 Jahr alten Tochter


Meine große Tochter kam mit einem Herzfehler auf die Welt.


Sie hatte zwei Löcher im Herz und ich musste ihr vier mal täglich Medikamente geben.
Das kleine Loch verschloss sich von selber. Als sie so 10 Monate alt war, wurde klar, dass sich das große Loch nicht schließen würde. Wir stellten meine Große im Krankenhaus vor, nach der Untersuchung kamen auch die Ärzte im Krankenhaus zu dem Schluss, dass sie operiert werden musste.

Ich habe sehr geweint. Die OP war für mich nicht die rettende Lösung, nicht die große Hoffnung. Nein, ich hatte nur Angst, dass etwas schief geht. In meinem Kopf gab es nur noch Katastrophen.
"Meine Tochter stirbt!" war Platz 1.
"Sie braucht einen Schrittmacher, weil bei der OP etwas schief geht!" war Platz 2.
Alles was die Ärzte gesagt haben, hat mich nicht beruhigt, es hat mich nur mehr aufgeregt.
Meiner Tochter wird das Herz aufgeschnitten! Die schneiden ihr das Brustbein auseinander! Meiner Tochter wird 20 min das Herz angehalten! Sie ist 20 min tot!!!

Ich habe Anfang Oktober schon Weihnachtsgeschenke gekauft um mich abzulenken.
Die zwei Wochen vor der OP habe ich versucht so wenig wie möglich daran zu denken, sonst musste ich immer gleich weinen.
Wir haben ihren ersten Geburtstag gefeiert.

Im Krankenhaus

Dann sind wir ins Krankenhaus. Ich habe bei ihr übernachtet. So eine schreckliche Nacht. In ihrem Zimmer waren zwei Kleinkinder mit einem künstlichen Herz. Die Geräte haben so einen Lärm gemacht. Es war unmöglich für mich zu schlafen. Früh am morgen sollte meine Tochter operiert werden. Ich war froh, dass meine Tochter als erste operiert werden sollte. So mussten wir nicht noch bis mittags warten.
Dann wurde sie im Bett zum OP gefahren. Wir durften mit bis zum Vorraum. Dort bekam sie eine Beruhigungsspritze und wir sollten uns verabschieden.
Meine Tochter beruhigte sich nicht sondern drehte auf. Sie schlug mit Armen und Beinen, verdrehte die Augen und schrie.
Die Ärzte scheuchten uns raus und versicherten, leider wirkt das Beruhigungsmittel auch in Ausnahmen anders. Tür zu!
Ich schrie und weinte. Mein Mann hielt mich im Arm. Meine Schwiegermutter versuchte mich zu beruhigen.
So sollte es sein, dass ich mein Kind das letzte Mal sehe?

Wartezeit

Wir sind in ein Café gefahren. Mein Mann und meine Schwiegermutter konnten nicht auf dem Krankenhausgelände warten.
Die restlichen 20 min warteten wir dann doch im Krankenhaus. Wir warteten auf den Anruf. Es kam keiner. Also bin ich zur Intensivstation und hab den nächst besten Arzt angesprochen. Er rief den zuständigen Arzt. So lernten wir den Chirurgen kennen. Direkt nach der OP. Er erzählte kurz was er gemacht hatte. Und wie fürchterlich groß das Loch war. Das zu hören, war sehr erschreckend.

Meine Tochter lag ganz schlapp im Bett. So kannten wir sie gar nicht.
Die OP war vorbei und ich hatte immer noch Angst um mein Kind. Wie verheilen die Narben? Ist etwas bei der OP schief gelaufen und wir merken das erst später?

Das Loch ist zu und bis jetzt sieht alles gut aus.

*schnief*
bis zum nächsten Mal
Ida

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